Freitag, 13. November 2009
Verbote unwirksam? Spice bezüglich Konsumerfahrung weiterhin illegale Droge zwei nach Cannabis
Verbote zu Drogen sollen deren Konsum reduzieren, scheinen aber in dieser Hinsicht kaum effektiv. Sehr eindrucksvoll zeigt sich dies an der seit Januar 2009 erstmalig (zunächst auf ein Jahr befristet) verbotenen Droge Spice, die ähnlich wie Cannabis wirkt, und die (bzw. deren psychoaktiven Inhaltsstoffe) ab Januar 2010 endgültig verboten werden soll. Einer aktuellen bundesweiten Umfrage des Institutes INEIDFO zufolge (www.drogenforschung-interaktiv.de) hatten unter bislang mehr als 2.000 befragten Personen mit Drogen-Konsumerfahrung in den letzten 12 Monaten (in der Regel zu 99 % zu Cannabis) 31 % jener Personen die Droge Spice einmal oder öfter konsumiert, vor Speed (24 %), Ecstasy (20 %) oder Kokain mit hier 16 % Konsumerfahrung im letzten Jahr. Die Risiken zu Spice wurden von den Umfrageteilnehmern dabei höher als zur Droge Cannabis, aber niedriger als bei den meisten übrigen illegalen Drogen eingeschätzt; gegen eine strafrechtliche Verfolgung von Spice-Konsumenten sprach sich zudem die Mehrheit der Befragten (auch unter den Nicht-Konsumenten zu Spice) aus.
Dienstag, 6. Januar 2009
Neue interaktive Drogen-Umfrage zu Spice: "Sollte man Spice wirklich verbieten, wie gefährlich ist es, und wieviel % haben es schon konsumiert ?"
Ab 6.01.09 gibt es nun eine interaktive Umfrage (auch) zur Droge Spice unter www.drogenforschung-interaktiv.de im Netz. Befragt werden Konsumerfahrungen und die Einschätzung der Risiken zu Spice. Ausserdem kann man interaktiv darüber abstimmen, ob Spice weiter legal sein oder künftig als illegale Droge verboten werden sollte, wie es nun ab Ende Januar in Deutschland vorgesehen ist. Interaktiv bedeutet: Man erfährt sofort, wieviel % der bisherigen Umfragen-Teilnehmer im letzten Jahr Spice (oder die andere befragten Drogen) konsumiert hatten, und wie deren Meinung zu Spice (und den anderen befragten Drogen) ist. Das (geplante) Verbot von Spice beruht auf die durch Mitarbeiter von THC-Pharm (und INEIDFO) vor einigen Wochen gemachte Entdeckung der chemischen Substanz JHW-018, die ähnlich aber stärker als der Cannabisinhaltstoff THC wirkt, in der ansonsten "harmlosen" Kräutermischung "Spice" (s. unsere letzter Blog), sowie auf berichteten "unangenehmen" Konsumerfahrungen einiger Spice-Konsumenten.
Dienstag, 16. Dezember 2008
JWH-018 vom Cannabis-Institut THC-Pharm als psychoaktiver Wirkstoff von "Spice" identifiziert
Der psychoaktive Wirkstoff der mysteriösen Kräutermischung "Spice" ist nun nach langer internationaler Suche durch den wissenschaftlichen Leiter des Frankfurter Pharmaunternehmens THC-Pharm (zugleich auch Geschäftsführer des Drogenforschungsinstitutes INEIDFO), Christian Steup, identifiziert worden: Es handelt sich hierbei um das 1998 erstmals von J. W. Huffman hergestellte synthetische Molekül JWH-018, das ein Indolderivat ist (MW = 341,4; Summenformel = C24H23NO) und wie der Cannabiswirkstoff THC an den CB-1-Rezeptor im Gehirn bindet, allerdings noch deutlich besser als THC. Deshalb sind bereits konsumierte Mengen von 0,4 bis 2 mg hier für eine psychotrope Wirkung ausreichend, beim THC braucht man etwa 5 mal soviel. Das (Aminoaldehyd)Indolderivat JWH-018 (eher Struktur-verwandt mit der Droge Psilocybin) sieht, obwohl es auch gut in den CB-1-Rezeptor passt, allerdings ganz anders aus als THC , und ist auch recht einfach und billig chemisch herzustellen, was wohl auch wichtig für ein "rentables Geschäft" (4 g kosten ca. 20 - 40 Euro) bei "Spice" ist. Christian Steup konnte bei THC-Pharm (www.thc-pharm.de) einen Gehalt von 0,2 - 1,8 % JHW-018 in der Mischung "Spice", abhängig vom Spice-Hersteller ("Spice Gold" enthielt 0,2 - 0,5 %) analysieren, bei ca. 0,5 g gerauchtem "Spice" sind dies bis 10 mg Wirkstoff, also die 10 fache mittlere wirksame Dosis (s.o.), was aufgrund dieser Überdosierung die teilweise berichteten "unangenehmen" Konsumerfahrungen einiger Spice-Konsumenten erklären dürfte. Die sonstigen Bestandteile der Kräutermischung "Spice" sind hingegen bis auf die teilweise wiedergefundenen hohen Anteile ggf. gesundheitsschädlicher Lösungsmittel (s. unser Blog vom November) mehr oder weniger psychotrop "unwirksam", respektive "harmlos".
Dienstag, 18. November 2008
www.drogenforschung-interaktiv.de als Testversion jetzt online
Ab sofort gibt es eine interaktive Online-Befragung zum Thema Drogen, die Webseite www.drogenforschung-interaktiv.de ist jetzt freigeschaltet (s. auch unser Blog vom August). Hier kann man Angaben zum eigenen Konsumverhalten, der Risikoeinschätzung, und der eigenen Meinung zu einer zukünftigen (handels)rechtlichen Einstufung der am meisten gebrauchten Genussmittel und Drogen (von Schokolade über Alkohol, Cannabis bis Heroin etc.) machen, zum Ausfüllen des online-Fragebogens benötigt man ca. 3 bis 5 Minuten Zeit.
Die Besonderheit - deshalb interaktiv: Man erfährt nach der Eingabe der eigenen Bewertung sofort die Gesamtbewertung bzw. das Gesamtergebnis der übrigen bisherigen Teilnehmer an dieser Umfrage. Zunächst läuft diese interaktive Online-Befragung noch als Beta-Testversion, bei der man aber auch schon richtig mitmachen kann und auch Kommentare, Verbesserungsvorschläge etc. auf der letzten Befragungsseite dazu abgeben kann. - Viel Spaß beim Mitmachen bzw. Testen.
Freitag, 14. November 2008
Laboruntersuchung zeigten: „Spice“ rauchen könnte gesundheitsschädlich sein
Die Kräutermischung "Spice Diamond" enthält teilweise stark gesundheitsschädliche Substanzen, ein Konsum (Rauchen) von "Spice" könnte deshalb nicht ungefährlich sein. Qualitative Laboruntersuchungen eines chemischen, anderen Institutes erbrachten als Hauptkomponenten Ethanol, Ethylacetat, 3-Methylbutanal, 2-Methylbutanal, 1,2-Propandiol, Toluol, Hexanal, Cyclohexanon, Heptanal und Ethylesterhexansäure, THC wurde nicht gefunden. Ethylacetat führt beim Schnüffeln zu Hirnschäden, Toluol verursacht, wenn es geraucht bzw. geschnüffelt wird, neben Nerven- und Nierenschäden auch toxische Lungenödeme, es kann zudem zum Bewusstseinsverlust kommen. Die übrigen Substanzen sind teilweise ebenfalls gesundheitsschädlich. Leider liegen uns keine Angaben zu den Konzentrationen bzw. Mengen jener gefundenen Inhaltsstoffe vor, um eine vollständige Risikobewertung vornehmen zu können. Sollte ein solches ernsthaftes Risiko bestehen, so könnte man, anstelle Spice zu rauchen, auch den wesentlichen billigeren Klebstoff "Uhu" etc. schnüffeln, der teilweise ähnliche Inhaltsstoffe mit berauschender Wirkung enthält, wovon natürlich abgeraten wird.
Samstag, 20. September 2008
Hat Günther Beckstein (CSU) recht ? Kann man nach 2 Liter Bier noch Autofahren ?
Beweis-Rechnung:
2 Liter Wiesenbräu (Dünnbier) mit 4 % Alkohol = ca. 80 g Alkohol, massgebliches Körpergewicht = 60 kg, (bzw. Gewicht = 80 kg - 20 kg
Knochen etc. ohne Flüssigkeitsaufnahmevermögen)
ergibt 80 g / 60.000 g = 0,0013 = 1,3 Promille Blutalkohol,
das kostet auf jeden Fall den Führerschein
aber:
Abbau pro Stunde ca. 0,15 Promille bei gesunder, nicht Alkohol-geschädigter Leber
nach 6 Stunden: Abbau 0,9 Promille
Restalkohol nach 6 Stunden: 0,4 Promille
das sind weniger als 0,5 Promille, das bedeutet (noch) fahrtüchtig
Die Werte sind übrigens gleich, wenn man 2 Liter auf einmal trinkt und
dann 6 Stunden wartet oder die 2 Liter langsam innerhalb 6 Stunden
trinkt.
Wir haben übrigens einen Alkohol-Promille-Blas-Tester bei INEIDFO, und obige Rechnung ist aus eigenen Drogen-Experimenten mit der Droge Alkohol nachvollziehbar.
Ich, und die meisten in unserem Lande, wollen auf jeden Fall auf Bier nicht verzichten.
Bier schmeckt, löscht den Durst, macht lustig und fördert Kontakte.
Am besten soll hier bezüglich "macht lustig" und "Kontaktförderung" aber "echtes" Hanf-Bier wirken (leider noch nicht kommerziell erhältlich), der Drogen-Mischkonsum (Alkohol + Bierhopfen + THC) macht es wohl.
Autofahren tue ich aber nach Bierkonsum auch nach 6 bis 12 Stunden
nie, da ich dann nie ein Auto dabei habe.
Mittwoch, 6. August 2008
Geplante Online-Umfrage Drogenkonsum und Drogenbewertung
Hier gibt es demnächst eine anonyme Umfrage des gemeinnützigen Berliner Institutes für Empirische und Interdisziplinäre Drogen-Forschung (INEIDFO) zu Gebrauch, zur Risiko-Beurteilung und zur Meinung über eine zukünftige rechtliche Handhabung verschiedener Genussmittel beziehungsweise legaler und (bislang) illegaler Drogen. Diese Umfrage soll - in wissenschaftlicher Zusammenarbeit mit einer deutschen Hochschule - nicht nur neue sozialwissenschaftliche Erkenntnisse zu Gebrauch und zur Beurteilung verschiedener Genussmittel bzw. Drogen bringen, sondern wir möchten, dass alle Studien-Teilnehmer auch unmittelbar von dieser Umfrage profitieren, schon vor der späteren wissenschaftlichen und allgemeinen Publikation der Gesamtergebnisse. Deshalb kann nach Abgabe der Antworten zu einer der drei Hauptfragen (eigene Konsumerfahrungen, Risikoeinschätzung, zukünftige (handels)rechtliche Einstufung) zu den untersuchten Genussmitteln bzw. Drogen das aktuelle Gesamtergebnis der bisherigen übrigen Befragungen hierzu abgerufen und mit den eigenen Angaben verglichen werden.
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Umfrage
Samstag, 15. März 2008
Medikamentenabhängigkeit in der BRD
Deutscher Bundestag Drucksache 16/7813, 16. Wahlperiode 18. 01. 2008
Medikamentenabhängigkeit in der Bundesrepublik Deutschland
Kleine Anfrage der Abgeordneten Dr. Harald Terpe, Elisabeth Scharfenberg, Birgitt Bender, Christine Scheel, Irmingard Schewe-Gerigk und der Fraktion BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN
Die Anfrage als PDF-Datei herunterladen
Medikamentenabhängigkeit in der Bundesrepublik Deutschland
Kleine Anfrage der Abgeordneten Dr. Harald Terpe, Elisabeth Scharfenberg, Birgitt Bender, Christine Scheel, Irmingard Schewe-Gerigk und der Fraktion BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN
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